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LeitbildGeschichte, Angebot und AuftragDas VIA-Institut ist nun 15 Jahre alt - und es gibt etwas zu feiern! 15 Jahre Erfolg für ein gutes Konzept - 15 Jahre Wege für zugewanderte Ärztinnen und Ärzte in eine stabile berufliche Laufbahn in Deutschland - zum Wohle aller! Was wir gelernt haben ... Im neuen Europa, auf dem neuen Globus der schnellen Verbindungen und der internationalen Lebenswege und Karrieren verändert auch Deutschland sein Gesicht: Einwanderung, Auswanderung - eine stete Bewegung bringt für alle Beteiligten interessante neue Begegnungen, aber auch Herausforderungen. Begegnung ist Kommunikation. Dafür hat der Mensch Instrumente. Zentrale Rolle: Die Sprache. Doch für erfolgreiches Wirken in Beruf und Gesellschaft genügt es nicht, ein (wie auch immer definiertes) "gutes" allgemeinsprachliches Niveau im Deutschen zu erreichen. Der Migrant benötigt einiges mehr, wenn er im Zielland beruflich bestehen und erfolgreich sein möchte: Sichere berufsfeldbezogene kommunikative Fähigkeiten, berufliche Orientierung durch kompetente persönliche Beratung, positive und nachhaltige Inkulturation in die Arbeits- und Lebenswelt des Ziellandes, Anpassung der mitgebrachten beruflichen Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten. Das VIA-Institut hat sich von Anfang an - seit 1995 - der Herausforderung gestellt, diese Elemente in seinen beruflichen und sprachlichen Trainings und Lehrgängen für Zuwanderer miteinander zu Verbinden, und zwar speziell im Bereich der Gesundheitsberufe. Die Wirkung war und ist verblüffend: Der zugewanderte Arzt, die zugewanderte Apothekerin wirkt nun selbst mit ihrem guten Deutsch, ihrem institutionellen Durchblick und durch ihr fachliches Können auf die aufnehmende Gesellschaft zurück: Es entstehen Verständnis und Geduld für interkulturelle Entwicklungsprozesse, lebendiger und warmer Austausch und durch erfolgreiche berufliche Sozialisierung mittelfristig auch eine tragfähige neue Beheimatung. An die Stelle einer unterschwelligen Vorherrschaft von Vorurteilen und Klischees rückt so die individuelle Interaktion, die Begegnung von Mensch zu Mensch. Da das VIA-Institut regen Kontakt zu seinen Absolventen hält, können solche Entwicklungen vielfach beobachtet werden. Transnationale Lebens- und Berufswege erhielten so eine positive Normalität. Und interkulturelle und internationale Netzwerke entstanden von unten, auf der Ebene der Individuen. So trugen und tragen Lerner und Lehrende zu einem fruchtbaren Miteinander in der sich globalisierenden Welt bei. Rückblick auf die Beginne ... 1995 hat der Leiter des Instituts, Dr. Matthias Klug, die berufliche Integration von immigrierten Ärzten, Apothekern und anderen Gesundheitsfachkräften in die Bundesrepublik Deutschland als gesellschaftliche Herausforderung aufgegriffen und dafür das VIA INSTITUT FÜR BILDUNG UND BERUF in Nürnberg gegründet. Seither ist es bei einer weit überwiegenden Zahl der Teilnehmer/innen gelungen, aus einer Gemengelage von anfänglichem gesellschaftlichem Abseits, Mangel an beruflicher Orientierung und Perspektive, sprachlicher und fachlicher Defizite Chancen nachhaltiger und echter Integration herauszuarbeiten - eine Integration, die nicht nur den Teilnehmern/innen nutzt, indem sie ausbildungsnah eine Beschäftigung und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten fanden, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration leistet sowie dem Arbeitsmarkt Gesundheitswesen gerade angesichts von Globalisierung und demographischer Verzerrungen wichtige multilinguale Fachkräfte zur Verfügung stellt. Menschen bei uns, Menschen mit uns - Lerner, Kunden, Arbeitswelt ... Die meisten Teilnehmer wurden und werden aus sozialen, rechtlichen und arbeitsmarktlichen Gründen öffentlich gefördert. Jedoch wächst der Anteil derer, die die Kurse und Lehrgänge selbst buchen und bezahlen, kontinuierlich. Damit sind unsere Kunden einerseits die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, andererseits auch fördernde Stellen, vor allem die Arbeitsvermittler der Agenturen für Arbeit sowie der mit ihr verbundenen ARGEn (Arbeitsgemeinschaften), aber auch die zuständigen Stellen der Optionskommunen. Die Teilnehmerbetreuung findet in stetem Kontakt mit diesen wichtigen Partnern statt. Kunden sind aber vor allem auch Krankenhäuser in ganz Deutschland sowie andere Arbeitgeber des Gesundheitswesens, mit denen wir unser Lehrprogramm abstimmen und denen wir ggf. geeignete Absolventen als dringend gebrauchte Fachkräfte vermitteln. Die gesellschaftliche Dimension ... Der Leiter des VIA-Instituts, Dr. Matthias Klug, hat von Anfang an relevante Institutionen, Behörden und gesellschaftliche Kräfte mit in den Dialog über Probleme und Chancen dieser Aufgabe mit einbezogen und sensibilisiert. Bis heute können aus diesen Kontakten heraus auch verlässlich kompetente Dozenten am Lehrprogramm beteiligt werden. Für externen Fortbildungen kooperiert das VIA-Institut mit renommierten Partnern wie den Universitätskliniken Erlangen, der Ultraschallschule Erlangen sowie Siemens Medizintechnik. Die Landesärztekammer würdigt die Lernerfolge in den medizinischen Lerneinheiten mit der Zuerkennung entsprechender Fortbildungspunkte. Und neue Projekte sind schon in Arbeit. Prinzipien im Lehr-LernprozessGegenseitige echte Achtung und verständnisvolles Wohlwollen in interkulturellen Interaktionen zu leben und zu fördern - dieses Prinzip hat nicht nur beim Erwerb allgemeinsprachlicher Kompetenzen Geltung, sondern gerade auch beim Fachspracherwerb. Ob Menschen aus dem Ausland im deutschen Sprachraum leben und arbeiten wollen oder ob Menschen, die hier leben, im Ausland tätig werden wollen oder einfach für eine sich internationalisierende Arbeitswelt vorbereitet sein wollen: Beim Erlernen von Sprache und / oder beruflichen Kenntnissen in einem internationalen Kontext gilt immer, dass interkulturelle Lernprozesse damit Hand in Hand gehen. Diese dürfen aber nicht zufällig und unreflektiert ablaufen, sondern müssen - immer dem sozialen und Bildungsniveau der Teilnehmer angemessen - geplant und auf Methoden und Ziele hin reflektiert ablaufen. Bei unserem Denken und Handeln bewegen uns ethische Prinzipien: Alle wahren Lernprozesse haben den ganzen Menschen im Auge, das heißt mit seinen materiellen und seelischen Bedürfnissen, mit seinen Begabungen und Schwächen, mit seinen Zielen und seinen Fehleinschätzungen. Der gute Kursleiter, Dozent und Trainer ist ein guter Lehrer in einem funktionsübergreifendem Sinne: Er vermittelt nicht nur Wissen, sondern er berät und unterstützt, indem er sich vorurteilsfrei auf die Seite des Lerners stellt und versucht, die Dinge auch aus dessen Perspektive zu betrachten. Das bedeutet, dass er auch kultur- und sprachraumspezifische Voraussetzungen beim Lerner kennen lernen will und akzeptiert. Zugleich reflektiert er mit einer starken Selbstverpflichtung zum Realismus seine eigene Entwicklung, die der Gesellschaft und der Menschen seiner Umgebung, zum Beispiel in Hinblick auf die Entwicklung des Berufsfeldes, der Arbeitswelt allgemein, der Anforderungen an die berufliche und sprachliche Fortbildung, und in Wahrnehmung des Kontextes übergreifender politischer, wirtschaftlicher und kultureller Transformationsprozesse. Wenn er dann den Lerner berät, lässt er ihn Teil haben an dieser Reflexion und stellt sich nicht schulmeisterlich über ihn. Er geht mit ihm ein Stück seines Lebensweges, ein kleineres oder größeres. Aus diesem Prinzip der Begleitung heraus wurde der Name des Instituts gewählt: VIA - lateinisch (und nicht nur) - der Weg. Diese Grundhaltung ist bei der Arbeit im internationalen Kontext besonders wichtig: Der Fremde findet meistens viele Hindernisse auf seinem Weg durch Beruf und Gesellschaft. Er findet sich oft benachteiligt, was nicht nur prinzipiell ungerecht ist, sondern auch die aufnehmende Gesellschaft selbst schädigt. Wir möchten Menschen in Phasen des Einlebens in eine zweite oder dritte Sprachwelt und einen mehr oder weniger fremde Kulturraum dabei unterstützen, diese Hindernisse zu überwinden und zu einem Teil der neuen Gesellschaft zu werden, in der sie die nächsten Jahre oder den Rest ihres Lebens verbringen werden, beruflich und gesellschaftlich. Eine Assimilation im Sinne einer Gleichförmigkeit mit der Zielkultur soll und kann dabei nicht das Ziel sein. Viele Menschen erleben heute, so auch und gerade wir beim VIA-Institut, dass eine echte Verbindung der Herkunftskultur und der Zielkultur beide lebendiger macht. Wir bekennen uns dazu, dass eine sich internationalisierende Gesellschaft mit allen ihren Gruppen gemeinsame Entwicklungsziele setzt und in diesem Zusammenhang auch eine ernsthafte Wertediskussion in Gang halten muss. Ausgangsbasis dafür soll aber nicht der Zwang zu einer völligen Anpassung des Zuwanderers sein, sondern gerade der Migrant kann zur Brücke werden zwischen Gruppen in diesem ständigen Dialog. Dazu ist freilich echte Zweisprachigkeit eine wichtige Voraussetzung sowie die Freude daran, in der neuen alltäglichen Teilgesellschaft, in der man sich alltäglich bewegt, von sich etwas mitzuteilen und von anderen etwas wissen zu wollen und anzunehmen. Gelungenes LernenVon daher definieren wir auch den Zielhorizont gelungenen Lernens: Zunächst einmal ist die Grundlage ein effizienter Wissenstransfer. Hierzu ist sowohl eine hohe Leistung des Lerners wie des Vermittlers notwendig. Auch Lernprozesse unterliegen dem Druck, Zeit- und Ressourcenaufwand und Lerneffekt in ein angemessenes Verhältnis zu bringen. Daher wurden und werden vom VIA-Institut Dozenten und Trainer sorgfältig ausgewählt. Berufspraktiker bringen aktuelles Wissen und Kontakte zur Arbeitswelt mit, gleichzeitig wird darauf geachtet, dass sie neben der Berufserfahrung auch Lehrerfahrung in der Erwachsenenbildung besitzen. Zudem werden sie zu Methoden oder zu interkulturellen wie auch lernpsychologischen Themen intern fortgebildet. Ergänzt wird dieses Team durch fachlich und pädagogisch kompetente und bewährte Sprachtrainer für die Sprachensparte sowie interkulturelle Trainer. Besonders wichtig ist das gegenseitige Lernen von Sprachtrainern einerseits und Berufspraktikern andererseits, wie es unserem Verständnis vom Ineinandergreifen des sprachlichen, fachlichen und interkulturellen Lernens entspricht. Diese Fusion von Methoden- und Fachwissen geschieht u. a. auf regelmäßigen zentralen Treffen der betreffenden Dozentengruppen. Über die vergangenen Jahre ist so ein vielfältiges, eingespieltes und versiertes Dozenten- und Trainerteam entstanden. Es bildet ein entscheidendes Potenzial des Instituts. Manche Mitarbeiter des Lehrteams sind seit Anbeginn, also seit elf Jahren dabei, der Wechsel der Dozenten insgesamt gering, die Identifikation mit dem VIA-Institut groß. Lichte Unterrichtsräume, zentral gelegen in angenehmer Umgebung, mit Verpflegungsmöglichkeit im Haus, mit angenehmen Unterkunftsmöglichkeiten für die Auswärtigen in der Nähe, sowie Exkursionen zu wichtigen externen Lern- und Arbeitsstätten sowie kulturellen Highlights bei allen Kursen und Lehrgängen sind selbstverständliche Merkmale unserer steten Fürsorge für unsere Teilnehmer: Lerner sollen sich bei uns auch wohl fühlen können, neben dem Verstand sollen auch Sinne und Geist angeregt werden und eine Atmosphäre der positiven Gemeinsamkeit in unseren Kursen unterstützen. Dies ergibt sich aus unserem Menschenbild und ist zugleich eine wichtige Voraussetzung gelingenden Lernens. Die persönliche, individuelle und stets wohlwollende Beratung durch den Lehrgangs- oder Kursleiter will Ängste und Sorgen als Lernhemmnissen begegnen und durch Aufzeigen beruflicher und persönlicher Perspektiven die Motivation für den Lernprozess fördern. Zugleich wird dieser Prozess auf gleicher Augenhöhe gemeinsam reflektiert und die realen Möglichkeiten und Anforderungen werden so klar in den Blick genommen. Ein zweiter Aspekt gelungenen Lernens, wie wir es verstehen: Ob und wie Erwachsenen das Lernen für Berufs- und Lebenswelt gelingt, wird an weiteren Parametern bemessen: In schriftlichen und mündlichen regelmäßigen Evaluationen des Lehr-/Lernprozesses durch Lerner und Lehrende, auch schon während laufender Kurse erhalten Lehrende und Institutsleitung zentrale Einblicke in das Unterrichtsgeschehen und können daraus Verbesserungspotenziale erschließen. Hier geht es um mehr als nur die Frage des Transfers von Faktenwissen. Die Lernatmosphäre und der Wandel der mentalen Verfassung während der Lernphase wird greifbar. Damit zeigen wir, dass es uns um mehr geht als um ein monodimensionales Ziel wie Einmündung in Arbeit. Besonders in der Kommunikation mit Entscheidern in Wirtschaft und Verwaltung, besonders Arbeits- und Sozialverwaltung, versuchen wir, für eine Perspektive der Nachhaltigkeit sprachlicher, beruflicher und menschlicher Entwicklung bei allen Beteiligten zu werben. Den Wert reflektierter und lebendiger multidimensionaler Lernprozesse haben schon viele zu sehen und zu schätzen gelernt, die an den Lernprojekten des VIA-Instituts beteiligt waren und sind und ihre Ergebnisse kennen. |
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