> Startseite > Aktuelles

   


Start
Aktuelles
Kurse
Termine
Häufige Fragen
Unser Team
Kontakt
Referenzen
Anfahrt
Wohnen
Leitbild
Fotogalerie
VIA-Chronik
Datenschutz
Impressum

 

Neuigkeiten aus Politik und Gesundheitswesen zum Thema Ärzte-Integration

1. Neues aus dem VIA-Institut:

- Artikel über das VIA-Lernsystem in der Fachzeitschrift Gesellschaft und Gesundheit des AOK-Bundesverbandes, Ausgabe für Dezember 2015

- Beitrag über syrische Ärzte im ZDF, Magazin Frontal 21, unter Mitwirkung von VIA-Absolvent und des VIA-Instituts

- Oktober 2015: Dr. Klug wirkt als Referent mit an der wirtschaftsethischen und wirtschaftsphilosophischen Fachtagung Bayreuther Dialoge der Universität Bayreuth - Thema: Fachkräfte-Migration unter ethischen Aspekten und in philosophischer Reflexion am Beispiel Ärzte/-innen

- Juli 2015: In der ÄRZTEZEITUNG erscheint ein großer Artikel (17./18.7.15) über Ärztezuwanderung in Deutschland, in welchem der VIA-Lehrgang vorgestellt wird und Dr. Klugs Mahnungen an die Politik aufgenommen werden

- April 2015: Alle Stipendiaten der deutschen Ärztestiftungen, die den 34. Ärzte-Lehrgang abschlossen haben, treten Assistenzarztstellen in Weiterbildung an (u.a. Assistenzarzt in WB Kinder- und Jugendlichenchirurgie, Assistenzarzt in WB Neurologie, Assistenzarzt in WB Orthopädie, Assistenzärztinnen in WB Innere Medizin an großen deutschen Kliniken). - Statistische Auswertungen der aktuell zur Letztauswertung anstehenden Lehrgänge zeigen wieder Erfolgsquote von 85% bis 95 % (Pflichtauswertung der TN in öff. Förderung).

- März 2015: Das VIA-Institut erhält seinen hohen Qualitätsstandard wieder offiziell bestätigt: Es wird von der Fachkundigen Stelle QuaCert für weitere fünf Jahre als Bildungsträger rezertifiziert (AZAV-Zertifikat als Träger).

- 30.11.2014: In einer Reportage zu Problemen und Entwicklungen des Krankenhauswesens unter dem Titel "10 Jahre DRGs" im Bayerischen Rundfunk (B5 aktuell) sind Interviews mit Ärztinnen und Ärzten aus dem VIA-Lehrgang zu zu hören. Auch der Leiter des VIA-Instituts Dr. Klug, kommt zu Wort. 

- November 2014: Alle Teilnehmer des 34. VIA-Ärzte-Lehrganges werden im Nürnberger Rathaus offiziell durch Stadtrat M. Höffkes (CSU) herzlich willkommen geheißen. Bei diesem Empfang kommt es zu anregenden und interessanten Gesprächen zwischen den jungen internationalen Ärzten, Vertretern der Stadt Nürnberg und Dozenten von VIA.

- Juni 2014: Mehrere VIA-Absolventen/innen melden sich bei VIA-Institut: Sie haben die Kenntnisprüfung zur Erlangung der Approbation nach dem neuen Prüfungsmodus von 2014 auf Anhieb bestanden - wir gratulieren! Weitere VIA-Absolventen melden sich mit der ermutigenden Botschaft: Sie haben die neuen Prüfungen "Patientenkommunikation" bestanden oder die Prüfung bei TELC Deutsch - Medizin C1 - wir gratulieren!

- April 2014 Dr. Klug auf Abschlusspodium der Fachtagung "Fachsprachprüfungen für ausländische Mediziner?" mit TELC und Marburger Bund, Berlin

- April 2014 Dr. Klug auf Veranstaltung "Zwei Jahre Anerkennungsgesetz" im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin

- Februar 2014 Dr. Klug referiert über pädagogische und politische Herausforderungen angesichts der Internationalisierung der Ärzteschaft in Deutschland auf einer Tagung des Medizinischen Fakultätentags, Berlin

- Januar 2014 Das VIA-Institut wird offizieller Kooperationspartner des Marburger Bundes, Verband deutscher angestellter Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e. V. - Die Kooperation betrifft gemeinsames Vorgehen bei Beratung, Betreuung und Fortbildung immigrierter Ärzte sowie beim politischen Einsatz für eine Verbesserung der Integration ausländischer Ärzte.

 - Januar 2014 Auswertung der Erfolge der letzten Lehrgänge: Hohe Erfolgsquoten - fast alle arbeiten erfolgreich als Assistenzärzte/innen!

 - 7.11.2013 Dr. Klug referiert zum Thema Gewinnung und Bindung internationaler Fachkräfte, bes. von Ärzten, für die Pharmaindustrie in Deutschland auf dem Unternehmertag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, Berlin

 - 26.1.2013 Dr. Klug referiert über das Thema gelingende Anpassungsqualifizierung für zugewanderte Ärztinnen und Ärzte beim IQ-Netzwerk der Bundesregierung, Berlin, 3. Dialoggremium der IQ-Fachstelle Qualifizierung

 - 11.9.2013 Dr. Klug ist Referent auf dem Seminar zum Thema Ärzte aus dem Ausland des Deutschen Krankenhausinstituts, Düsseldorf

 - August/September 2013 VIA-Institut und Arbeitsagentur arbeiten an einer Verbesserung der Hebung wichtiger Potenziale unter Migranten mit einem ausländischen Abschluss als Arzt, Nürnberg

 - 3.6.2013: Auf einer Fachtagung beim Marburger Bund in Berlin sind sich MB und Dr. Klug, VIA-Institut einig: Die Bundesländer müssen sich dringend auf eine bundeseinheitliche sinnvolle und gerechte Prüfung der ärztlichen Kommunikationsfähigkeit für ausländische Ärzte einigen in Ergänzung zur Prüfung des Allgemeinen Deutsch B2. Prüfen sollten Prüfer aus Ärztekammern und zugelassenen Deutschprüfer gemeinsam. Eine Prüfungshürde Deutsch C1 (allgemeinsprachlich) hingegen dient niemandem. Sie wäre sachlich nicht angemessen und ein Täuschungsmanöver gegenüber dem deutschen Gesundheitswesen und der Öffentlichkeit.

 - März 2013: Überwachungsaudit im Rahmen der Qualitätszertifizierung: Hohe Qualität erneut bescheinigt.

 - 3.4.2013: Teilnehmer/innen des VIA-Lehrganges und VIA-Mitarbeiter im Fernsehen: Sendung über Sprachprobleme ausländischer Ärzte und gelingendes Lernen beim VIA-Institut im Magazin "kontrovers" des Bayerischen Fernsehens mit VIA-Mitwirkung

 - 31.1.2013: Dr. Klug, der Leiter des VIA-Instituts, referierte über Anforderungen an Gestalt und Qualität von Kursen zur Integration von Ärzten auf der Fachkonferenz "Arbeitsmarktintegration fördern, Fachkräfte sichern" des Netzwerks IQ (gefördert durch BMBF, BMAS, BA) in Berlin

 - September 2012:  Dr. Klug referierte über das Thema "Anerkennung ausländischer Ärzte" auf dem deutschen Medizinrecht-Tag in Berlin

 - August 2012: Dr. Klug wurde an den Beratungen der betr. Ministerien in Berlin beteiligt, in denen es um die künftige Rechtsverordnung geht, die regeln wird, wie die "Kenntnisprüfung" Humanmedizin gestaltet wird.

 - April 2012: Das VIA-Institut wird wieder einmal - wie immer - ohne Beanstandung, mit viel Lob für sehr gute Qualität re-zertifiziert. Das heißt: Zulassung für erneut drei Jahre als Träger mit höchster Qualität! Auch der Ärzte-Lehrgang und seine Module sind erneut zugelassen für 100% Förderung der Teilnahme durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.

 - Januar 2012: Die Erfolge der Lehrgänge 24 und 25 sind ausgewertet. Nach Ende dieser beiden Lehrgängen meldeten jeweils rund 89% (24. Lg., Stand: August 2011, 25. Lg., Stand: Januar 2012) der Absolventen einen Stellenantritt als Arzt oder Ärztin, bei den Lehrgänge 26 und 27 verzeichnen wir jeweils 87% Erfolg. Beim Lehrgang 28 zeichnet sich ab, dass über 90%  als Assistenzärzte starten konnten.

 Viele Protokolle von bestandenen Kenntnisprüfungen von unseren Absolventen/innen sind inzwischen bei uns eingegangen - eine große Hilfe für VIA-Teilnehmer und unsere Arbeit. Und nun erhalten alle diese Ärzte/innen eben gleich die deutsche Approbation - das VIA-Institut gratuliert!

 2. Aktuelle Entwicklungen in Staat, Politik und Gesellschaft rund um den Themenkreis berufliche Integration von zugewanderten Ärzten/innen

Stand: 12-2015

Anstelle eines einheitlichen Vollzuges der gesetzlichen Auflage, Prüfungen der (fach)sprachlichen Reife bei zugewanderten internationalen Ärzten/innen fachgerecht zu etablieren und durchzuführen, etbaliert sich ein föderaler Sprachprüfungsdschungel: Je nach Bundesland werden unterschiedliche Fachsprachprüfungen von zugewanderten Ärzten/innen verlangt. Diese werden meist nicht gegenseitig anerkannt. Ein desolates Signal Deutschlands an zugewanderte und zuwanderungswillige Potentiale!

Mitte 2015: Im Bundesland Bayern wird eingeführt, dass Berufserlaubnisse nach §10 BÄO nicht mehr dazu berechtigen, die mit dieser Erlaubnis absolvierte Assistenzarztzeiten als Weiterbildungsabschnitte werten zu lassen; als Weiterbildungsabschnitt gilt nur noch die entspr. ärztliche Beschäftigung ab dem Zeitpunkt der Erteilung der deutschen ärztlichen Approbation. Damit werden Ärzte mit Drittstaats-Abschluss, die ab Mitte 2015 eine Berufserlaubnis erhalten, mittelbar gezwungen, nach Möglichkeit rasch die Approbation zu erwerben.

Juni 2014: Die Gesundheitsminister der Bundesländer beschließen Eckpunkte zu künftigen Sprachanforderungen an ausländische Ärzte. Demnach sollen sie künftig ein Niveau B2 in der deutschen Allgemeinsprache und ein Niveau C1 in der ärztlichen Kommunikation und Fachsprache aufweisen. Details dazu enthält die Verlautbarung zu diesen Eckpunkten aber nicht.

 Am 7.6.2013 wurde vom Bundesrat die Rechtsverordnung "Verordnung zur Durchführung und zum Inhalt von Anpassungsmaßnahmen sowie zur Erteilung und Verlängerung von Berufserlaubnissen in den Heilberufen des Bundes" angenommen. Deren Bestimmungen traten ab 1.1.2014 in Kraft. Soweit sie die Ärzte betreffen, wurden sie in der Approbationsordnung für Ärzte aufgenommen.

 Hier wird nun u.a. die Kenntnisprüfung zur Erlangung der ärztlichen Approbation bundeseinheitlich geregelt sowie Ausführungsbestimmungen zur ärztlichen Berufserlaubnis nach §10 BÄO gegeben. Ähnlich regelt die Verordnung auch die Details der Wege zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse in anderen Heil- und Gesundheitsberufen.

 Schon seit 1.4.2012 gilt das neue sogenannte Anerkennungsgesetz (Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen). Mit diesem Gesetz (Artikel 29) wurde auch die Bundesärzteordnung geändert (BÄO), vor allem auch die hier relevanten §3 (Approbation) und §10 (ärztliche Berufserlaubnis).

 Ähnliches gilt auch für das Zahnheilkundegesetz sowie für die anderen Berufsgesetze für Gesundheitsberufe.

 Vereinfacht kann man so zusammenfassen, was seit April 2012 für Ärzte mit ausländischer Ausbildung gilt:

 1. Ärzte/innen mit einem Abschluss, den sie in einem Staat außerhalb von EU / EWR / CH erworben haben,  unterliegen einer Kenntnisprüfung, mit der sie die Gleichwertigkeit ihres Ausbildungsstandes nachweisen müssen, wenn diese Gleichwertigkeit nicht zweifelsfrei besteht oder nicht nachweisbar ist. Die Gleichwertigkeit ist gegeben, wenn die Ausbildung keine wesentlichen Unterschiede gegenüber der deutschen aufweist, z.B. hinsichtlich der Dauer des Studiums, der studierten Fächer und ihrer Inhalte.

Zusätzlich muss auch ärztliche Berufspraxis bei der Feststellung eines gleichwertigen Ausbildungsstandes berücksichtigt werden; wie die deutschen Behörden diese feststellen und bewerten wollen, bleibt unklar, weil weder Gesetzgeber noch das Bundesgesundheitsministerium einen klaren Maßstab - was ist gleichwertig? - gegeben haben. So wird weiterhin jede Behörde jedes Bundeslandes "Gleichwertigkeit" nach eigenen Maßstäben definieren und entsprechend dann Kenntnisprüfungen auferlegen oder nicht.

 Wird von der Behörde festgestellt, dass die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes durch eine Prüfung nachgewiesen werden muss, so ist eine Prüfung abzulegen, die sich auf "die Inhalte der Staatsprüfung bezieht". Diese heißt Kenntnisprüfung.

 Näheres zur Prüfung wird in dem Gesetz nicht geregelt, aber durch die oben genannte Rechtsverordnung (s. Approbationsordnung für Ärzte §§ 34-38, in Kraft seit 1.1.2014)  wird bundeseinheitlich festgelegt, wie die Kenntnisprüfung genau zu gestalten ist. Geprüft werden die Fächer Innere Medizin und Chirurgie sowie - als Querschnittsbereiche, also fächerübergreifend - Notfallmedizin, bildgebende Verfahren einschl. Strahlenschutz, Pharmakologie und Rechtsfragen der ärztlichen Berufsausübung.

 Zusätzlich kann die zuständige Landesbehörde ein weiteres Prüfungsfach oder einen weiteren Querschnittsbereich festlegen, wenn sie bei der Prüfung der Gleichwertigkeit "wesentliche Unterschiede" (der Kenntnisse/Ausbildung) festgestellt hat.

 Die Prüfung wird "in Form einer staatlichen Prüfung" abgehalten. Prüfer sollen in der Regel die universitären Prüfer (Professoren, Privatdozenten) sein, die Prüfung soll zwei Mal pro Jahr zusammen mit dem medizinischen Staatsexamen an den medizinischen Fakultäten angeboten werden. Es dürfen aber auch andere Termine angeboten werden und es dürfen auch Fachärzte prüfen, die nicht Prüfer an der Universität sind.

 Innerhalb der Prüfung muss auch ein Patient oder mehrere Patienten untersucht und vorgestellt werden (sog. Bettenprüfung). Daher ist eine hohe sprachliche Kompetenz des immigrierten Arztes spätestens zum Prüfungszeitpunkt absolut notwendig. Die Beherrschung der "ärztlichen Gesprächsführung" wird ausdrücklich als abzuprüfende Kompetenz genannt.

 Zeit hat man für die Prozedur der Approbation insgesamt maximal zwei Jahre (24 Monate). Länger darf man nicht - ungeprüft - mit einer Berufserlaubnis nach §10 Bundesärzteordnung als Arzt/Ärztin arbeiten.

 Die Dauer einer Berufserlaubnis durch § 34 der Approbationsordnung ab 1.1.2014 zeitlich festgelegt: Ein Arzt, der noch nicht approbiert ist und einen Abschluss von außerhalb der EU/EWR/Schweiz hat, erhält für zwei Jahre eine Berufserlaubnis (Verlängerungen nur in seltenen Ausnahmefällen möglich). Aber die Behörde darf diesen Zeitraum auch nicht einfach verkürzen. Der Zweijahreszeitraum darf nur verkürzt werden, „wenn im Einzelfall die mit der Erlaubnis versehenen Einschränkungen und Nebenbestimmungen oder die vom Antragsteller beabsichtigte Berufstätigkeit dies erfordern“. Die Behörde muss also zunächst mit guter Begründung die Berufserlaubnis nach §10 eingeschränkt haben, und diese Einschränkung muss derart beschaffen sein, dass daraus klar hervorgeht, dass und warum der Zweijahre-Zeitraum verkürzt werden muss. - Eine pauschale Verkürzung der Berufserlaubniszeit auf sechs Monate für alle Ärzte mit Drittstaatsabschluss, wie sieher noch in Baden-Württemberg vorgenommen wurde, ist nicht mehr zulässig.

  Leider gilt nach wie vor, dass der einheitliche Rahmen, den die neuen gesetzlichen Regelungen und die neuen §§ in der Approbationsordnung ab 1.1.2014 bilden, noch nicht überall wirkt. Das hat zur Folge, dass der zugewanderte Arzt, besonders der Arzt mit Drittstaats-Abschluss, in Deutschland völlig uneinheitliche Bedingungen vorfindet:

 1. Je nach Bundesland bleibt es unterschiedlich, wie lange oder ob der Arzt vor der Approbation, also mit der vorübergehenden Berufserlaubnis nach §10 BÄO arbeiten darf und zu welchen Bedingungen. Es gibt nach wie vor in einigen Bundesländern Landesbehörden, die die Möglichkeiten des neuen Gesetzes nicht ausnutzen, um die Integrationswege von Ärzte/innen aus Drittstaaten so zu gestalten, dass dem Anliegen des "Anerkennungsgesetzes" Rechnung getragen wird. So gibt zum Beispiel die Behörde im Land Baden-Württemberg eine Berufserlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufes nach §10 BÄO nur für sechs Monate, und nach wie vor nicht für eine Assistenzarzttätigkeit. In NRW ist die Zulassungspraxis unübersichtlich und unterscheidet sich je nach Bezirksregierung.

Hessen gibt ab 2014 nur noch eine Berufserlaubnis, wenn der Antragsteller zuvor eine Approbation beantragt hat und festgestellt wird, dass eine Kenntnisprüfung notwendig ist - zur "Vorbereitung" darf man dann im Krankenhaus ärztlich arbeiten. Der Effekt dieser neuen Maßnahme ist schon sichtbar: Er soll davon abschrecken, sich aus dem Non-EU-Ausland in Hessen auf eine Stelle zu bewerben.

Zugleich wurden höhere Sprach-Zertifikatshürden errichtet (Fachsprachprüfung für Ärzte). Dazu unten unter 3.

 2. Ärzte mit EU-Abschlüssen (oder EWR-Staat):

Was ist mit dem "Gespenst" Eignungsprüfung" (Defizitprüfung)? Nun, das trifft nur wenige Ärzte: Nur Ärzte, die einen nicht gleichwertigen Abschluss aus einem EU-Staat haben (also z.B. aus einem EU-Staat aus jener Zeit, in der dieser noch nicht Mitglied der EU war), müssen eine solche Prüfung, Eignungsprüfung genannt, ablegen (EU-Richtlinie!). In dieser werden sie nur über diejenigen Inhalte geprüft, in denen ihr Medizinstudium wesentliche Unterschiede (d.h. Defizite) gegenüber der deutschen Ausbildung zum Arzt aufweist. Solche Defizite können auch durch nachweisbare Berufspraxis in diesen "Defizitbereichen" als abgegolten bewertet werden. Hier wird man in den Behörden einiges zu tun bekommen, um das alles in jedem individuellen Falle herauszufinden.

 3. Sprachtests für Ärzte:

Es kamen bereits - je nach Bundesland - neue Hürden zu den oben genannten Hürden der beruflichen Anerkennung hinzu. Einige Landesbehörden schreiben eine Fachsprachprüfung für Ärzte (z.B. Prüfung in "Patientenkommunikation") vor.

 In ein faires, sinnvolles und partnerschaftliches System einer Willkommenskultur oder ein Integrationskonzept sind diese Auflagen jedoch bisher nicht eingebettet. Die ausländischen Ärzte, die geprüft werden sollen, erhalten keine ausreichende Information über die Prüfungen, sie erhalten auch sonst weder Beratung noch Hilfe. Vor allem geben die Behörden meist keine Übersichtsliste über zertifizierte Institute oder Lehrgänge, die Vorbereitungskurse auf diese Fachsprachprüfung in angemessener und bewährter Qualität anbieten. Manchmal werden die ausländischen Ärzte einfach auch willkürlich an einen einzigen Kursanbieter verwiesen, der zwar enge Beziehungen zur Behörde unterhält, darüber hinaus aber keine Qualitätsnachweise erbringt. Jeder immigrierte Arzt/Ärztin sollte wissen: Eine Begünstigung einzelner Kursanbieter durch eine Behörde ist rechtswidrig. Für den einzelnen bedeutet es, dass er irregeführt wird - mit fatalen Folgen. Die zugewanderten Ärzte/innen werden so erneut zu "Freiwild" für Behördenwillkür.

 Meist reicht ein Fachsprachkurs für die nachhaltige berufliche Integration zudem nicht aus, da ja später mit einer inhaltsreichen medizinischen Prüfung ("Kenntnisprüfung") zu rechnen ist, wenn man die Approbation benötigt und beantragt hat und keinen Abschluss aus der EU hat.

 Immerhin haben die Gesundheitsminister der Länder im Juni beschlossen, dass künftig Deutsch B2 Allgemeinsprache und Deutsch B2-C1 Medizin als Maßstab für die Zulassung nicht deutschsprachiger Ärzte/innen gelten sollen. Wie, wann, wer prüft usw. wurde nicht bekannt gegeben. Wir werden das beobachten und Details bald hier bekannt geben.

 Politisch kann man so bewerten: Es bleibt im Moment in Deutschland bei einem Sprachtest-, Kurs- und Förder-Dschungel, ähnlich wie in den 1990er Jahren, der für die meisten immigrierten Fachkräfte und interessierte Arbeitgeber nicht mehr überschaubar ist und viele Fehlförderungen und Irrwege generiert. Das ist definitiv nicht im Sinne des "Anerkennungsgesetzes".

 Nach all den Bemühungen der Integrations- und Arbeitsmarktpolitiker und -praktiker - darunter Dr. Klug vom VIA-Institut - seit einigen Jahren muss man leider feststellen, dass von den vielen wichtigen Zielen einer guten Integrationspolitik für zugewanderte Ärzte/innen nur zwei kleine erreicht worden sind:  I. Eine bundeseinheitliche Regelung der Kenntnisprüfung selbst (leider mit behördenabhängiger Fächer-Variation), II. für die ärztliche Approbation ist es nicht mehr relevant, welchen Pass man besitzt: Jeder Arzt aus jedem Land kann - bei Gleichwertigkeit der Ausbildung - die Approbation erhalten. Relevant ist daher nun nur noch, ob der Arzt innerhalb der Europäischen Union / des EWR und der Schweiz seine Ausbildung zum Arzt abgeschlossen hat oder außerhalb.  Ärzte/innen, die in der EU einen Abschluss erworben haben - gleich welche Staatsbürgerschaft sie haben oder hatten -, erhalten sofort die deutsche Approbation. Für diejenigen mit Ausbildung von außerhalb gilt eben, dass die Gleichwertigkeit erst geprüft wird; dabei kann es eben auch dazu kommen, dass eine "Kenntnisprüfung" abgelegt werden muss. Wenn man dann die Kenntnisprüfung bestanden hat, erhält man die deutsche Approbation. Dann benötigt man keine Berufserlaubnis nach §10 BÄO mehr. Und zwar, nochmal: Egal welche Staatsbürgerschaft man hat.

 Immerhin: Das ist doch ein lohnenswertes (Lern)Ziel!

 VIA-Absolventen im VIA-Netzwerk sowie VIA-Teilnehmer im VIA-Lehrgang erhalten selbstverständlich alle Informationen dazu kostenlos bei uns. Bei Bedarf werden spezielle Kurse zur Vorbereitung der Prüfung angeboten. Bitte immer das aktuelle Angebot auf dieser Website beachten.

 

 

 
 
 
© 2014 Via Institut für Bildung und Beruf e. K.